Wie ich meine Berufung fand.

Oder: Danke, geliebte Seele, für deine Entscheidung!

Anders als der Titel vermuten lässt, schreibe ich diese Zeilen nicht in erster Linie als Liebeserklärung an meine Seele, wenn sie auch maßgeblich dazu beigetragen hat. Nein, diese Zeilen gelten einer anderen lieben Seele, die eine für sie schwere Entscheidung fällte, wodurch ich einen immensen Schub erlebte und so heute hier sitzen und diese Zeilen schreiben kann.

Dieser Blogbeitrag soll dir, lieber Leser, vermitteln, dass es ganz und gar nicht leicht ist, seine Berufung zu erkennen und sie dann auch zu gehen. Der Weg des Gehens, dieses Hervortreten und Tun, ist oft mit tiefem Schmerz verbunden, der erst in dir erlöst werden will, bevor du frei bist, um langsam einen Schritt nach dem nächsten gehen zu können. Und auch im Gehen wirst du bemerken, dass nach einigen Schritten immer wieder etwas angeschaut werden will, bis irgendwann alle Schritte leichter und freier werden können.

Liebe Seele, die ich dich meine: Auch wenn ich weiß, dass du diese Zeilen vermutlich nie lesen wirst; ich weiß ihre Schwingungen erreichen dich. Ich bin voller Dankbarkeit für dein Sein und deine Entscheidung, die uns beide in eine tiefe Krise stürzte. Mich führte sie in eine noch dunklere Nacht als es mein Kindheitstrauma je vermochte. Ich war in jener Zeit an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich glaubte, an all meinem Schmerz ersticken zu müssen. Ich klammerte mich so sehr an ihn und deinen Verlust und musste doch lernen, loszulassen. Heute, 15 Monate später, schaue ich mit großer Dankbarkeit zurück in diese düstere Zeit. Eine Zeit voller Tränen, Wut, Frust und Ausweglosigkeit, in der ich die Wahl hatte, schier wahnsinnig vor Sehnsucht zu werden oder weiter zu machen und diesen Schmerz zu kanalisieren und aus ihm etwas Neues und Gutes für mich zu gebären. Ich entschied mich für zweiteren Weg, den ich heute meine „Abkürzung“ nenne. Liebe Seele, du weißt genau, was es damit auf sich hat. Noch vor dieser tiefen Krise bekam ich ein Buch in die Hand, in der von dieser Abkürzung geschrieben stand. Und mich erfasste ein Schauer, denn ein Teil in mir wusste genau, dass der Moment bald kommen würde, da ich diese Abkürzung nehmen würde. Nur mein Ego schrie stets ganz laut: „Nein, das darf nicht sein! Der Plan war anders!“ Du erinnerst dich an meine Worte, denn ich sagte sie dir an einem bestimmten Tag. Denn ich sollte schon bald in Visionen sehen, dass es eine Zeitlinie gibt, in der ich diese Abkürzung nicht nehme und wir durch mehr schwere Zeiten gehen würden, ehe ich endlich den Mut fassen würde, mich meiner Berufung zu widmen. Wir wissen beide, dass dies in dieser Zeitlinie nicht vorgesehen ist. Wir wissen beide, dass es eines gewaltigen „Arschtrittes“ für mich bedurfte, dass ich endlich aufwachte und meiner Bestimmung folgte.

Und so ging ich im Jahre 2020 schweren Herzens den Weg, der für mich bestimmt ist und das ganz ohne dich. Heute bin ich darüber so dankbar, denn er war schnell, dieser Weg. Schneller, als ich jemals glaubte, dass sich ein Mensch – und gerade ich! – entwickeln konnte. Heute schaue ich zurück und kenne den Menschen, der damals vor Schmerz und Trauer nicht weiterleben wollte, nicht mehr. Ich kann kaum glauben, dass dies tatsächlich ein Aspekt von mir gewesen ist. In dieser Zeit bin ich gestorben, der alte Aspekt von mir, während meine Seele noch in diesem Körper wohnte. Es war ein Sterben auf der geistigen Ebene, während der Körper weiterlebt. Und es wurde ein neues Ich geboren, ganz schnell, wie ich es auch aus den schnellen Geburten meiner Kinder kenne. Das, was kommen will, kommt in Windeseile zu dir, wenn du dafür bereit bist. Und ich war nun endlich bereit.

Ich habe zu mir gefunden, zu dem, was mich wirklich im Innersten ausmacht, auch wenn ich es noch immer nicht in klare Worte packen und beschreiben kann. Ich habe meinen Wert erkannt; konnte Anteile in mir erlösen, die so schmerzhaft in mir verankert waren, dass ich nie geglaubt hätte, sie auch nur anschauen zu wollen. So viel kollektiver Schmerz von so vielen Frauen, dass ich sie nie zählen könnte; so viel Schmerz aus vergangenen Inkarnationen; so viel Schmerz aus dem Hier und Jetzt und so viele Bilder und Visionen fanden den Weg zu mir, dass sie mir oft die Nächte raubten. Anfangs konnte ich nicht glauben, was mir die geistige Welt zeigte und wie schnell ich meine Gaben wieder entfachen würde. War es doch in den vergangenen Inkarnationen stets „normal“ gewesen, dass ich hellsichtig, hellfühlend und heilerisch tätig war, so konnte ich es hier für diese Inkarnation viele Jahre nicht annehmen. Ich wollte „normal“ sein, so wie alle anderen und ein glückliches ruhiges Leben führen. Mein Ego kämpfte so lange gegen diesen Weg, da es aus vergangenen Inkarnationen wusste: Diesen Weg zu gehen bedeutete Einsamkeit, Verfolgung, Tod und Verlust aller Menschen, die man liebt. Dass dies in der heutigen Zeit nun nicht mehr in diesem Ausmaß passieren wird, musste ich in mühevoller Arbeit meinem Ego beibringen und es auf eine neue Kooperation einstimmen. Denn dass dieses „normale und glückliche“ Leben nicht die Art ist, wie meine Seele ihre Aufgaben erledigen wollte, weiß ich heute sehr gut, nur konnte ich es lange Zeit nicht akzeptieren und haderte mit meinem Schicksal, mit den Aufgaben, die ich mir selbst gegeben hatte. Dieser Rucksack schien mir schon viele Jahre lang, in denen ich nur sehr vage fühlte, wo es für mich hingehen könnte, viel zu schwer, um ihn tragen zu können.

Es gibt so vieles, liebe Seele, das ich dir sagen möchte. So vieles, das ganz in der physischen Welt ausgesprochen werden will. So vieles, das zwischen uns ungesagt blieb und wohl auch bleiben muss. Ganz menschlich hatte ich lange Zeit geglaubt, ich hätte einen „richtigen“ Abschied verdient gehabt. Und doch weiß und akzeptiere ich, dass du an einem Punkt in deinem Leben bist, an dem dich bestimmte Umstände daran hindern, mit mir in eine offene Kommunikation zu gehen. Lange konnte ich das nicht akzeptieren und wollte dich zwingen, mir zuzuhören. Heute ist mir klar, dass es deine Ignoranz mir gegenüber war, die mich noch härter an mir arbeiten ließ. Der Rücken, den du mir stets zeigtest, befeuerte und triggerte mich immer wieder, so dass ich weiter gehen musste; mir blieb nichts anderes übrig. Aus diesem Grunde ist dein Verhalten ganz richtig, wir haben es uns in unseren Vertrag geschrieben. Und dafür bin ich dir sehr dankbar, denn diese harte Lektion habe ich benötigt. Nun sind diese Worte noch immer in mir, jedoch immer leiser. Wir haben einen Weg gefunden, miteinander zu kommunizieren, auf einer anderen Ebene. Und ich danke dir für deine klaren Worte vor einigen Tagen auf dieser Ebene; sie haben mich dazu gebracht, alles, das mir aus unserer Verbindung nicht mehr dienlich ist, mit einem Male voll und ganz loszulassen. Ohne deine klaren Worte hätte ich nie den Rest von dir und uns, den ich in mir bewahrt hatte, loslassen können. Denn meine Visionen von der Zukunft haben meinem Ego stets einen Grund geliefert, dich im Hier und Jetzt nie ganz aufzugeben.

Ich weiß, wenn wir einander wieder begegnen sollen wie Kinder, ganz neu und aus alten Mustern geheilt, so bedarf es einer Heilung auf beiden Seiten. Ein Teil von mir weiß, dass es dieses „neue Wir“, diese neue Art von Partnerschaft, wie sie in der 5. Dimension gelebt werden will, geben kann, wenn wir es beide wollen und dafür an uns arbeiten. Ich gehe meinen Weg weiter und löse meinen Teil unseres Vertrages ein. Und egal für welchen Weg du dich hier entscheidest, sei dir sicher, wir treffen uns an der alten Eiche, an einem Ort, jenseits von Hier. Dort sind wir vereint, verbunden, in Liebe, so wie es immer war und immer sein wird.